Am Rand der Wüste
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Nachdem meine Mutter die Heimreise nach Deutschland angetreten hat fahren Bernd und ich noch für einige Tage in den Süden Namibias. An dieser Stelle ein großes Lob an den Rollstuhlservice der Lufthansa: perfekte Betreuung vom CheckIn in Windhoek bis zur „Übergabe“ an den lieben Abholer Dirk in Frankfurt. Es war für mich ungemein beruhigend zu wissen, dass meine Mama Unterstützung bei der Reise hat.

Bernd und ich fahren zunächst ins Camp Gecko, eine Empfehlung unserer Gastgeber Gerda und Nickie auf Progress. Eine sehr gute Empfehlung! Das Camp liegt wunderbar einsam am Fuss des Spreethoogte Pass, kurz vor Solitaire. Jede der drei Campsites hat absolute Privatsphäre mit OpenAir Dusche und WC. Und einem großzügigen Schattendach.
Bei der Anreise fahren wir ihn runter, am nächsten Tag wieder rauf: den Spreethoogte Pass. Der zweitsteilste in Namibia nach dem van Zyls Pass. Mit diesem aber in Bezug auf den Zustand nicht zu vergleichen. Die Aussicht ist grandios, die Straßenführung spektakulär, aber der Belag nagelneu. Weiter geht die Runde über den Gamsberg Pass und den Gaub Pass (der allerdings eine Schlucht ist) in Richtung Solitaire und zurück ins Camp Gecko. Eine fantastische Tour.
Wir stellen auf der Strecke wieder einmal fest, wie wichtig ständige Aufmerksamkeit beim Fahren ist: bei einem Bus, der am Straßenrand steht, fragen wir nach ob Hilfe benötigt wird. Antwort: nein. Sie hätten zwei Deutsche im Bus, die mit ihrem Auto verunfallt sind, und würden diese ins Krankenhaus nach Walvis Bay bringen, sobald die Panne am Bus behoben ist. Die Ruhe, mit der wir diese Auskunft bekommen, lässt uns annehmen dass keine schweren Verletzungen vorliegen. Einige Kilometer weiter finden wir dann auch das Auto der Verunfallten: ein Mietwagen mit Dachzelt, der in einer Kurve auf die Beifahrerseite gekippt ist. Die Fahrgastzelle sieht intakt aus (also wohl wirklich keine schweren Verletzungen), aber die Reise dürfte zu Ende sein. Wir werden daran erinnert, wie tückisch die Gravel-Strassen sein können, gerade auch wenn man durch die grandiose Landschaft abgelenkt ist.
Von Solitaire aus wollen wir nach Sesriem bzw. Sossusvlei zu den berühmten Namib-Dünen. Aber in Sesriem ist kein einziger Campingplatz frei…also weiter. Duwisib Castle soll interessant sein…
Zumindest von außen ist es das auch, eine Besichtigung ist aber nicht möglich, da der zuständige Mitarbeiter des Nationalparks die Öffnungszeiten individuell nach seinen Bedürfnissen festlegt (und die passen nicht zu unseren). Aber die Campsite auf der benachbarten Farm ist sehr schön!
Auf der Weiterfahrt kommen wir an einer riesigen Gruppe Oryx vorbei. Auf beiden Seiten der Straße, vor und hinter den Zäunen…unzählige Tiere. Eine Migration?
Die nächste Station soll mal wieder 4×4 Fahren ermöglichen. Also auf zum Namib Naukluft Zebra Nationalpark. Die Zufahrt ist sehr vielversprechend, das Rezeptionsgebäude nagelneu. Dann die Enttäuschung: der 4×4 Trail ist geschlossen (schon lange!?), und die Preise für die Campsite sind, mit Verlaub, unverschämt. Wir verabschieden uns freundlich und suchen eine Alternative. Die finden wir mit dem Tsauchab River Camp. Riesige Campsite (wieder komplett privat), leckeres Essen abends im Farmhaus, und ein 4×4 Trail, der keine Wünsche offen lässt! Anspruchsvoll in grandioser Landschaft, da ist Nyati genau richtig.
Die letzten beiden Tage verbringen wir dann ganz entspannt in der Nähe von Rehoboth im Lake Oanab Resort auf einer wunderschönen Campsite direkt am (Stau-)See.
Und schließlich geht es, nach einer Übernachtung auf Progress, über Johannesburg und Frankfurt zurück nach Herzogenrath.
Die nächste Reise planen!