Tourstart: Windhoek bis Hobatere
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Rechtzeitig vor den europäischen Wetterkapriolen, vom Schnee bis Frühlingswetter, erreichen wir das sommerliche Namibia. Wobei Südsommer immer auch Regenzeit heißt und nach Jahren extremer Dürre erweist sich endlich und von der Natur und den Menschen sehnlichst erwartet die aktuelle Regenzeit wirklich als Regenzeit. Kaum ein Tag ohne Regen, das Gras, die Bäume und die Büsche sprießen und das Wild und das Vieh werden richtig fett.
Unser Ankunftsaufenthalt in Windhoek mit der Standardaufgabe Autocheck bei Etzold Auto Repair verlängert sich ungeplant, da die Regierung unversehens einen Feiertag für die Kommunalwahlen festgesetzt hat. Unser sehr gepflegtes Guesthouse in Windhoek gehört Chinesen, die, obwohl ein dicker Wälzer über „Gouvernance“ von Xi Chi Ping hier gleich mehrfach ausliegt, ein ganz anderes, nämlich sehr höfliches und hilfsbereites Auftreten pflegen, als wir das von der machtgierigen chinesischen Administration gewöhnt sind und sich erfreulich von meinem ersten Kontakt mit Chinesen in Namibia unterscheidet. Wir müssen aber auch konstatieren, zumindest hier in Afrika, besetzten die Chinesen Positionen, weil wir Europäer einfach zu dämlich sind, eine offensive, strategische und vor allem konstruktive partnerschaftliche Außenpolitik zu treiben.
Nach einigen Tagen in Windhoek geht es zur Planung einer Reparatur einer Beule an der ecktüre Hecktür Hecktüre unserer Kabine, die ich gleich bei unserer zweiten Tour doch hereinrangiert habe, nach Swakopmund. Hier genießen wir im Hansahotel Springbocksteaks und bei Andie´s Sushi traumhaften Fisch. Für die Austernfans unter Euch: Dieses Restaurant ist ein Muß für Euch, da es hier verschiedene Austernarten in unterschiedlichster Zubereitungsform gibt. Und: Die Preise sind absolut „bürgerlich“.
Nach einem sehr konstruktiven Termin bei „Namib Campers“, bei dem wir auch einige kleine weitere Arbeiten planen, geht es dann endlich los in das wilde Damaraland (siehe dazu auch die Erklärungen in unserem Bericht der 2023/ 2024 Reise und den Anfang des letzten Berichts) und läuten damit die für dieses Mal wieder geplante „wilde“ Tour ein. Die beiden letzten wundervollen Touren mit dem Schwerpunkt Südafrika waren – bei allen erlebten Abenteuern und wunderbaren Erfahrungen – „zivilisierter“. Diesmal geht es also wieder richtig in den Busch: Damaraland, Hwange Nationalpark in Zimbabwe, Central Kalahari Gamereserve, Makgadikgadi Pan, Moremi und Savuti in Botswana, Mudumu, Nkasa Rupara und Khaudom in Namibia.
Wir fahren von der Küste bei Henties Bay nordöstlich ab und landen bald in der beeindruckenden, von Tafelbergen, spitzen und zerklüfteten Bergklötzen, stillen Tälern, steilen und kurvigen Pisten und Einsamkeit geprägten urweltlichen Welt des Damaralandes.
Gleich der Anfang auf der Campsite in Mowani beschert uns zauberhafte Wüstennächte. Die Campingplätze sind so angelegt, dass man sich fast allein fühlen kann und dann auf der Campingliege im Mondlicht beim aufkommenden Sternenglanz einschlafen – Unbeschreiblich! Wir haben Zeit uns mit unseren Freunden Gerda und Nickie, den Managern dieser Edellodge (zu der unsere Campsite gehört) auszutauschen. Aus familiären Gründen verzögert sich unsere geplante Zusammenarbeit bei deren Safariunternehmen „Gravel and Dust“, aber sobald als möglich werden wir vier gemeinsam uns in Angola umsehen.
Natürlich lernen wir in den Gesprächen auch viel, z.B. dass die neue Präsidentin Nandi-Nddaitwah (geb. 1952) korrupte Minister feuert, sie unterbindet Reisen von Politikern (mit Familie) in besonders attraktive Städte wie Paris, schränkt generell Reisen zu Gunsten virtueller Konferenzen ein um Kosten zu sparen, sie sorgt (sie ist nicht die Regierungschefin) für die Anschaffung von Ambulanzen und die Renovierung von Krankenhäusern. Sie engagiert sich in Partnerschaft mit Deutschland zur Positionierung Namibias als Vorreiter in der globalen Energiewende u.v.a.m. So eine(n) Präsident(in) würde ich auch den US-Amerikanern – und uns allen – wünschen😉
Zurück zum Thema: Eine erste Elefantensuchfahrt im Aba Huab Fluß bringt uns zwar keine Elefanten, ist aber trotzdem schön und wir erfreuen uns an der Getriebeuntersetzung unseres Autos; in den Flußbetten ist aufgrund des lockeren Sandes der Rollwiderstand extrem hoch.
Nach dem Aufenthalt in Mowani geht es nach Palmwag. Diesmal laufen uns auf der Campsite nicht wie vor drei Jahren die Elefanten über die Füße, was zur Vermeidung blauer Zehnägel beiträgt. Erfreut stellen wir fest, dass die schönen Campsites direkt am Flussbett mittlerweile jeweils eigene Wasch- und Toilettenhäuser haben.
Die Fahrten im Konzessionsgebiet zeigen leider sehr wenige Tiere aber zumindest der Offroadbegeisterte erlebt „Freude am Fahren“ pur. Aufgrund der bisherigen ergiebigen Regenfälle der letzten Zeit wächst das Gras sehr üppig und die Tiere finden fast überall Wasser. Tina und ich verleben nun für viele kommende Tage die letzte Zeit ohne heftige Niederschläge.
„Unsere“ Hobatere Lodge wird aktuell die letzte Station im Damaraland. Erstmals sehen wir trotz aller Bemühungen von Guide Martin, mittlerweile zum „King Martin“ geworden, hier keine Löwen und auch sonst wenig Wild. (Diese Erfahrung teilen wir mit unserer Freundin Rita, die auf unsere Empfehlung im Frühjahr hier war und auch wenig Tiere gesehen hat). Der Grund sind die erwähnten Sturzbäche aus den Wolken. So strömt auch der Hauptfluss dieser Gegend, der aus Etosha heran fließende Otjivasandu, heftig. Das ist für mich nach dreißig Jahren, in denen ich immer wieder in Hobatere war, eine Premiere. Allerdings wundert uns das nicht, da wir die dunklen Wolken über Westetoscha am Vorabend fast greifen konnten.
Was hat es nun mit „King Martin“ auf sich? Martin ist für uns und wahrscheinlich auch Generationen von Wildhütern, Guides und Jägern eine Institution. Unglaubliches Wissen über Tiere und Pflanzen verbunden mit seiner spürbaren Achtung vor der Wildnis und seinen Adleraugen, mit denen er im Vorbeifahren Dinge sieht, bei denen wir unsere Ferngläser bemühen müssen, machen ihn zur wandelnden Enzyklopädie oder eben zu „King“ Martin und Hobatere und das Umland sind sein Königreich. Bei jeder Fahrt lernen wir immer noch von ihm:
- Woran erkennt man, dass ein Elefantenbulle, unabhängig von der Absonderung eines Sekrets zwischen Augen und Ohren, was man bei Elefanten häufiger beobachten kann, tatsächlich im „Must“ und damit sehr aggressiv ist?
- Gegen welche Leiden hilft Buschmanntee und wie sieht er aus?
- Wo sitzen beim Tausendfüßler die Geschlechtsteile?
- Welche weiblichen Vögel reißen sich die Federn aus, um damit ihr Nest zu polstern?
Wer diese Fragen als erster richtig beantwortet, bekommt eine Flasche Amarula.
Weiter geht’s im nächsten Bericht: „Fahrt nach Osten, Etosha und Kavango“
Liebe Tina, lieber Bernd,
wie schön, dass Ihr Eure Reiseerlebnisse erneut auf dem Blog mit diesen stimmungsvollen Bildern teilt. Es kommen dabei viele schöne Erinnerungen hoch an meine Reise in Namibia im März und macht wieder Lust auf mehr.
Reisen in der Regenzeit kann sehr spektakulär sein.
Weiterhin eine gute Fahrt, die Tiere werdet ihr sicher noch zu Gesicht bekommen.
LG
Vielen Dank für Euren schönen Reisebericht, immer wieder interessant. Genießt die Zeit.
Freue mich von Euch zu hören.
Liebe Grüße
Beate
Grüße auch von Sigi
Cool,
Wünsche Euch eine tolle Zeit und gaanz viele Motive
Danke für die umfangreichen Infos und die tollen Fotos. Weiterhin eine gute Reise. wir denken an euch. Liebe Grüße Monika
Liebe Grüße zurück!
…. wünschen euch beiden wieder eine wundervolle Zeit in Südafrika!
Lg, Michaela+Michael
Vielen lieben Dank! Diesmal sind zwar „nur“ Namibia, Botswana und Simbabwe geplant…aber wer weiß, wir haben Zeit, vielleicht verschlägt es uns auch wieder nach Südafrika…