Durch den Zambezi Strip in die Kwando Core Area und den Mudumu Nationalpark

25. Dezember 2025 0 Von Bernd

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Hart östlich beginnt der Caprivi Streifen oder Zambezi Strip oder besser gleich der Bwabwata Nationalpark, im Westen mit der Mahango Core Area und der Buffalo Core Area und der Kwando Core Area im Osten. Auf meiner ersten Reise vor 22 Jahren hierhin war der „Trans Caprivi Highway“, der die östlichste Region Namibia mit dem Rest des Landes verbindet noch eine Riesenbaustelle, die die 200 Kilometer lange Sand- und Grevel Road in eine Asphaltstraße (mittlerweile B8) verwandelte.

Wie auch immer: Am Ende finden sich einige der beeindruckendsten Wildnisse des südlichen Afrikas, nämlich die Kwando Core Area und der Mudumu Nationalpark; aber eigentlich ist diese ganze Region atemberaubend. Sie ist bahnbrechend im Sinne eines grenzüberschreitenden Austausches zugunsten der Tierwelt, nämlich der Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA TFCA oder KAZA). Ich erlaube mir ausnahmsweise einen Artikel aus Wikipedia zu übernehmen:

„Die Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA TFCA oder KAZA) ist ein grenzüberschreitendes Natur- und Landschaftsschutzgebiet im südlichen Afrika. Es soll insbesondere den Elefanten die freie Bewegung in ihrem natürlichen Lebensraum ermöglichen. Die Gründung wurde am 18. August 2011 durch die Staats- und Regierungschefs der beteiligten Länder Sambia, Namibia, Botswana, Simbabwe und Angola formell bestätigt; die offizielle Eröffnung erfolgte am 15. März 2012 in Katima Mulilo. Die zusammengeschlossenen nationalen Gebiete haben nach den IUCN-Kategorien den Status von Nationalparks.

Das Schutzgebiet umfasst eine Fläche von etwa 520.000 km² und ist damit nach dem Nordost-Grönland-Nationalpark das zweitgrößte Landschutzgebiet der Erde. Das grenzüberschreitende Projekt zählt zu den Peace Parks und wird von der Peace Parks Foundation unterstützt. Finanzielle Unterstützung kommt unter anderem auch aus den Niederlanden.

Lage und Ausdehnung

Das Kaza-Projekt begann 2003 mit den ersten Planungen. Im Jahr 2006 erfolgte die Unterzeichnung einer Absichtserklärung durch Vertreter der fünf beteiligten Länder Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe. Der Park ist mit einer Ausdehnung von 520.000 km²[5] größer als Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen. Von der Gesamtfläche, die Gebiete mit unterschiedlichem Schutzstatus umfasst, entfallen 287.132 km² auf Nationalparks.

Das Schutzgebiet verbindet eine Reihe bereits bestehender Nationalparks und Wildreservate, insbesondere den Caprivizipfel in Namibia, den Chobe-Nationalpark und das Okavangodelta in Botswana, den Hwange-Nationalpark in Simbabwe sowie die Victoriafälle im Grenzgebiet zwischen Simbabwe und Sambia. Zu den über 35 bereits bestehenden Nationalparks und Reservaten, die auf dem Gebiet des Kavango-Sambesi-Schutzgebietes liegen, zählen unter anderem folgende:

Angola: Luengue-Luiana-Nationalpark und Mavinga-Nationalpark

Botswana: Chobe-Nationalpark, Makgadikgadi-Pans-Nationalpark, Moremi-Wildreservat und Nxai-Pan-Nationalpark

Namibia: Bwabwata-Nationalpark, Khaudum-Nationalpark, Mudumu-Nationalpark und Nkasa-Rupara-Nationalpark

Sambia: Kafue-Nationalpark, Mosi-oa-Tunya-Nationalpark, Liuwa-Plain-Nationalpark und Sioma-Ngweizi-Nationalpark

Simbabwe: Hwange-Nationalpark, Kazuma-Pan-Nationalpark, Unterer-Sambesi-Nationalpark und Nationalpark Victoriafälle

Bedeutung für Naturschutz und Wirtschaft

Auf dem Territorium lebt mit etwa 250.000 Tieren die größte Population Afrikanischer Elefanten. Für den Tourismus ist vorgesehen, den Zugang mit einem einzigen Visum und ohne Grenzkontrollen innerhalb des gesamten Gebiets zu ermöglichen. Das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt das Projekt über die KfW-Entwicklungsbank mit Fördermitteln in Höhe von rund 20 Millionen Euro.“

Quelle Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Kavango-Zambezi_Transfrontier_Conservation_Area

Nun, mit den genannten 35 Nationalparks werden Tina und ich dann die nächsten Jahre noch genügend beschäftigt sein, tatsächlich stehen sie zum Teil ja bereits auf unserer Liste, auch bereits für dieses Tour, wie z.B. der Hwange Park in Zimbabwe.

Aber jetzt kommen wir erstmal im Bush Camp des Kwando Camps an. Roxy, der uns bereits 2023 hier begrüßte, stellt sich als Bush Baby, eine sehr zierliche, verspielte und großäugige, da nachtaktive, Affenart vor. Das passt zwar nicht zu seiner Statur, ist aber gut gemeint.

Die Campsite, ca. 4 Kilometer von der bereits erwähnten B8 entfernt, erreichen wir wegen der heftigen tagelangen Regenfälle durchaus auch unter Nutzung der Getriebeuntersetzung gemäß der wichtigen Outdoorregel: „Use what you have!“

Die Nachbarn vom Ufer gegenüber…

… der Campsite am Kwando

Intensives Kartenstudium von Fahrer…

…und Navigatorin

Lagerleben

Dinner: Steak und Shiraz

Riedböcke

Straßensituation im Mudumu NP

Die Campsites liegen direkt an einem Nebenarm des Kwando, sind groß genug für vier Fahrzeuge, haben eine großer Lapa mit Kamin, originelle und saubere Sanitäreinrichtungen und sind ein optimaler Ausgangspunkt, um Mudumu und die Kwando Core Area zu besuchen.

Natürlich regnet es auch hier sehr oft und heftig.

Die erste Fahrt in den Mudumu National Park gestaltet sich deshalb auch eher als Trailveranstaltung als ein Gamedrive. Prophylaktisch machen wir die Winde einsatzbereit und nach einer detaillierten Einweisung durch die Mitarbeiterin am Parkeingang, welche Bereiche und Tracks aus Witterungsgründen alle gesperrt sind, fahren wir los. Immerhin hat der Mudumupark für Tina und mich besondere Bedeutung, denn vor zwanzig Jahren führte uns unsere erste gemeinsame Afrikareise auch hierhin und wir erlebten hier denkwürdige Begebenheiten, zum Beispiel die, dass verärgerte Affen unser Zelt mit ihren Exkrementen bewarfen. Heute finden wir Flusspferde im Hippopool und Riedböcke, alles andere Wild macht sich rar. Als sich unsere Piste in einem Schlammfeld verliert, entschließen wir uns, es für heute gut sein zu lassen. Immerhin erfreuen wir uns an der Manövrier- und Schlammüberwindungsfähigkeit unserer fast vier Tonnen schweren Mobillodge. Der Wildhüter an der Parkausfahrt ist ganz entgeistert darüber, dass wir eine Jagd Löwen hinter  Büffeln, direkt hinter uns, als wir in den Park hineinfuhren, nicht bemerkt hätten. Aber ich glaube der wollte uns nur auf den Arm nehmen.

Dafür haben wir Wildlife auf unserer Campsite, denn wir enddecken, dass entweder eine Hausschlange (nicht giftig) oder eine Grasschlange (giftig) in unsere Freilufttoilette eingezogen ist. Wir verzichten auf unser Hausrecht und nutzen die Toilette der nächsten Campseite, auch wenn dies einhundert Schritt Fußmarsch bedeutet.

Am nächsten Tag geht es dann in die Kwandu Core Area, ebenfalls ein Platz, den Tina und ich vor zwanzig Jahren erstmals erlebten, damals war er noch ursprünglicher und bis auf Stellungsreste aus dem Befreiungskrieg “total wild“. Heute gibt es am berühmten Horseshoe, wo, wie der Name besagt, der Kwando eine hufeisenförmige Schleife beschreibt, eine Tribüne zum Tiere gucken und in der Nähe eine Lodge (einige von Euch waren ja bereits mit uns dort). Erstmals sehen wir dieses Jahr hier keine Elefanten. Bei den bisherigen ca. acht Besuchen war der Horseshoe Endpunkt, diesmal entdecken wir endlich, dass der Weg noch deutlich weiter nach Süden geht, da wollen wir beim nächsten Mal noch viel tiefer rein. Für heute reicht uns der Anblick von Riedböcken, einem Warzenschwein, welches offenbar gerne mit einer Riedbockdame anbändeln möchte, und eine Gabelracke, die für GNTM posiert.

Zurück auf der Campsite nutzen wir eine paar Sonnenstunden um unsere Kleidung zu trocken und genießen das Lagerleben. Morgen geht es über Katima Mulilo an den Chobe und zur Grenze nach Botswana. Wer unseren Block bereits 2023 aufmerksam gelesen hat, weiß natürlich, dass der Kwando und der Chobe der gleiche Fluss sind.

Straßensituation in der Kwando Core Area

Üppige Parklandschaft…

…aufgrund des kräftigen Regens

Impala

am Horseshoe

Gabelracke

Rietböcke im Riet

unsere mobile Lodge

Versteckspiel mit Kudu

Gefunden!