Hwange Nationalpark

13. Januar 2026 1 Von Tina

Loading

Von Victoria Falls geht es weiter Richtung Süden in den Hwange Nationalpark.

Mit 14.651 qkm dehnt sich der größte Nationalpark des Landes über eine Fläche aus, die halb so groß wie Belgien ist. Im Westen grenzt der Park an das Nachbarland Botswana, im Süden und Osten an dünnbesiedeltes Farmland und im Norden an weitläufige Jagdgebiete. Weite Teile des Parks sind für die Öffentlichkeit unzugänglich, nur der nördliche Teil wurde touristisch erschlossen. Ein rund 480 km langes Wegenetz erstreckt sich über dieses Gebiet.

An der Zufahrt zum Nationalpark liegt die „Painted Dog Conservation“, die sich dem Wohl der afrikanischen Wildhunde (die wir ja auch sehr lieben) verschrieben hat. Wem ist schon bewusst, dass diese heute an zweiter Stelle der am meisten bedrohten Tierarten Afrikas stehen? Zum einen werden in der Conservation verletzte Tiere gepflegt und wieder ausgewildert, zum anderen aber auch Aufklärung betrieben, um das „Image“ der Tiere zu verbessern. Sie haben ein ausgesprochen ausgeprägtes Sozialverhalten, aber Farmer betrachten sie vielfach als Schädlinge. Im Hwange NP soll es noch einige Rudel geben…hoffentlich finden wir sie.

afrikanischer Wildhund in der „Rehabilitation“ Station

Steinböckchen

der Geier wartet schon

junge Giraffe…

…mit Mutter

Blütenpracht im Main Camp

Adler, im Flug erwischt

Roan Antilope

Parklandschaft

Sandpiste

Die Fahrt zum Main Camp, wo wir zunächst Station machen, wird von Steinböckchen, Zebras, Giraffen, Duikern, Impalas und einem Kronenkranich begleitet. Auf der Campsite ist die Enttäuschung (vielmehr das Entsetzen) über das Waschhaus zunächst groß. Bis eine freundliche Mitarbeiterin uns darauf hinweist, dass wir keineswegs da stehen, wo man uns hingeschickt hat und wo das Waschhaus renoviert und beheizt ist. Also umziehen…und demnächst besser zuhören.

Überhaupt ist die Unterstützung durch die Mitarbeiter des Parks toll! Wir möchten an einem der Picknick-Plätze im Park übernachten, und können das als „Walk In Customer“ für den halben Preis buchen. Was allerdings in der Hochsaison sicher nicht gelingt, diese Plätze sind sehr beliebt. Die Anreise zu diesem Übernachtungsplatz ist ein großartiger Game Drive. Steinböckchen, ein Gepard, Roan Antilopen, Geier, Krokodil, Giraffen und unzählige Elefanten. Einzeln und in einer riesigen Herde. Einfach nur wunderschön!

Unser Picknick-Platz ist einfach, aber völlig ausreichend ausgestattet, abends brüllt in der Nähe ein Löwe…

Auch am nächsten Tag wieder sehr viele Elefanten. An unserer geplanten nächsten Station, dem Sinamatela Camp, gibt es aktuell kein Wasser. Die Mitarbeiterin vom Main Camp fragt nach (wir sind ja im Prinzip autark), mit dem Ergebnis, dass wir bitte nicht anreisen sollen. Also verbringen wir den Silvesterabend noch im Main Camp und fahren an Neujahr ins Robins Camp, ebenfalls im Park, aber privat geführt.

Auf der Fahrt dorthin zeigt der Park seine ganz besondere Ursprünglichkeit. Das hatten wir so bisher noch nirgendwo. Selbst die „Hauptstraße“ erfordert 4×4 und es gibt generell ein großes Angebot an herausfordernden 4×4 Strecken. Das ist für uns natürlich gar kein Problem, wir genießen die Fahrt durch die sich verändernde Landschaft. In Robins Camp werden wir herzlich empfangen, die Campsite ist prima, das Essen im Restaurant lecker.

Elektrolyte auffüllen…

…mit dem guten Tafellager!

Elefanten…

…mehr Elefanten…

…noch mehr Elefanten

Es regnet…

…kräftig!

Bienenfresser

mal ein Einzelner

noch ein Bienenfresser

Die Mitarbeiterin an der Rezeption bittet uns, sie zu informieren wohin wir unsere Game Drives machen und wann wir zurück sein werden. Es haben wohl schon Gäste zwei Nächte „draußen“ verbracht, die sich im Matsch festgefahren hatten. Auch wenn wir mit Nyati allerbest ausgestattet sind halten wir uns natürlich an diese Regel und auch an die Vorgabe, dass einige Strecken/Rundwege gesperrt sind.

Die Game Drives hier lassen Bernds Herz höher schlagen. Genau die Bedingungen, für die Nyati gebaut ist. Teilweise kraxeln wir über Steine, dann geht es durch matschige Passagen, und bei einigen „Wiesen“stücken ist die Fahrbahn nur zu erahnen, so hoch steht das Gras. Wir beobachten ein Flusspferd an Land (mittags!), direkt vor uns springt ein Krokodil über die Brücke, ansonsten wenig Tiere zu sehen (eben hohes Gras). Besonders spannend ist der „Tshowe Loop“. Wobei „Loop“ nicht stimmt, denn etwa auf halber Strecke geht es lt. Karte über den Dekka River. Der Fluß hat aktuell reichlich Wasser, und es gibt weder eine Brücke noch eine Furt noch irgendeinen Hinweis am anderen Ufer, wo es weitergehen könnte. Also fahren wir die gleiche Strecke zurück (komfortabel auf der von uns frisch gelegten Spur).

auch ganz kleine Elefanten haben Vorfahrt

Geier auf Elefantenkarkasse

immer gut Ausschau halten

Kräftemessen…

…oder Kopf tätscheln…

Fangopackung

absolut ursprüngliche Landschaft

ein Großer

Kronenkranich

Aussicht von einem der Picknick-Plätze

In der Nacht vor unserer Abreise regnet es heftig, die Straßen, auch die aus dem Park heraus in Richtung Victoria Falls bzw. Grenze zu Botswana, verwandeln sich in tiefe Matschpisten. Beim Verlassen des Parks stoßen wir, knapp 30 km von anderen Menschen oder auch nur Mobilfunkempfang entfernt, auf einen Mann am Straßenrand, der uns verzweifelt winkt, anzuhalten. Es stellt sich heraus, dass Tofara sich mit seinem Kleinwagen (Typ Clio) festgefahren hat. Da können wir mit der Winde natürlich schnell helfen…so schnell es der Matsch, der sich sofort an den Schuhen und am Abschleppseil festsaugt, zuläßt.

Als der PKW wieder frei ist zeigt sich das nächste Problem: beide Vorderreifen haben kaum noch Luft. Einen Anschlußschlauch hat Tofara selbst zur Hand, wir den passenden Kompressor. Und auch unser Reifenflickzeug kommt zum Einsatz, zunächst bei 3 Löchern…so geht es erstmal los in Richtung Grenze. Wir bleiben hinter dem PKW, wer weiß ob weitere Hilfe nötig wird. Wird sie: der kaputte Reifen ist so kaputt, dass flicken nicht ausreicht und Tofara diesen (von der angetriebenen Vorderachse) mit einem der hinteren austauscht. Einen Resevereifen gibt es zwar auch, aber der ist in noch schlechterem Zustand. Da er jetzt sehr langsam fahren muss bittet Tofara uns, vor zu fahren und an der Grenze Bescheid zu geben, dass er unterwegs ist, es aber wohl länger dauern wird…

An der Grenze geben wir die Botschaft weiter. Hoffentlich hat er es geschafft, denn ein Fahrzeug, mit dem man ihn hätte abholen/bergen können, sehen wir an der Grenzstation nicht. Es braucht schon viel Gottvertrauen und die Notwendigkeit, zur Arbeit zu kommen, um mit einem Fahrzeug in diesem Zustand eine solche Strecke zu fahren. Wir sind sehr froh, dass wir zur richtigen Zeit zur Stelle waren!

alles grün

Krokodil

Libelle im Flug

braune Strasse…

…grüne Strasse…

…keine Strasse

manchmal geht´s nur mit einweisen

Löwenspuren

hier geht´s nicht weiter

auf der Suche nach der Furt immer gewappnet sein

Die 8 Tage und Nächte im Hwange Nationalpark waren einfach großartig. Zum einen, zu Beginn, aufgrund der unglaublich vielen Elefanten, zum anderen wegen der Ursprünglichkeit des Parks, der uns mit abwechslungsreicher Landschaft und fahrerischen Highlights verwöhnt. Wir kommen ganz bestimmt wieder!!!