Auf nach Sambia, ins „echte“ Afrika

8. Mai 2023 5 Von Tina

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Von Linyanti aus quälen wir uns mal wieder durch Tiefsand, allerdings nur für 1 Stunde … danach geht es auf der Teerstrasse zügig weiter nach Kasane/Kazungula an der Grenze zu Sambia.
Wir haben uns im Camp Senyati eingebucht, das kennen wir vom Jahreswechsel 2014/2015. Jede Campsite hat ein eigenes Waschhaus, und vom Beobachtungsdeck aus sieht man direkt auf ein Wasserloch, das abends regelmäßig von Elefanten besucht wird, weil dort Frischwasser eingespeist wird, das offenbar den Geschmack von Elis perfekt trifft.

Nyati bekommt eine gründliche Innenreinigung, und dann machen wir uns an die Optimierung der Dichtigkeit der Hecktür, die hat durch die Beule doch ziemlich gelitten. Als Material kommen ein Gummisyphon und eine gedämmte Tapete in „Ziegeloptik“, jeweils passend zurechtgeschnitten, und Panzerband zum Einsatz. Eben das, was wir bei „Builders World“ gefunden haben. Ich muss an meinen Paps denken, der sicher stolz von seiner Wolke auf die ideenreiche Bastelei herunterschaut…

Abends am Wasserloch dann tatsächlich Elis verschiedener Größe und eine Herde Büffel, die hatten wir bisher noch nicht.

Senyati Wasserloch abends

Senyati Wasserloch abends

Nach einem Tag Faulenzen machen wir uns am 26.04. nach dem Frühstück auf nach Sambia. Vorher noch schnell die erforderlichen Reflektorstreifen angebracht, auf die legt die Polizei dort Wert, und dann geht’s zur neuen Grenzbrücke in Kazungula mit „one Stop Border Post“, also gesamte Abwicklung an einer Station.
Und das klappt tatsächlich (fast). Ok, wir müssen insgesamt 4 Gebäude abklappern, aber nach einer guten Stunde ist alles erledigt. Alle Beamten sind sehr freundlich und kompetent,  und der „Guide“, der uns hartnäckig seine Unterstützung aufdrängt, letztlich doch hilfreich.

Die Fahrt nach Livingstone dauert dann noch eine knappe Stunde, und dort im New Fairmount Hotel geht es mit den positiven Erfahrungen gleich weiter: ich hatte mich bei der Buchung im Termin vertan, so dass wir gestern bereits erwartet wurden und die geplante dritte Übernachtung über den Buchungszeitraum hinaus gehen würde. Und was passiert? Die Dame am Empfang entschuldigt sich vielmals, dass das Hotel ausgebucht und eine Verlängerung nicht möglich ist. Und bittet uns ins Büro der Managerin, die die Entschuldigungen (wohlgemerkt für meinen Fehler!) wiederholt und uns als „Entschädigung“ kostenloses Frühstück anbietet. Wir sind sprachlos! Ach ja, einen kostenlosen gesicherten Parkplatz gibt es auch noch.

Das Zimmer ist groß und modern, das Abendessen im Restaurant sehr lecker. Die Wäsche, die wir gegen 17:00 abgeben (in der Erwartung dass sie morgen fertig ist) wird uns beim Abendessen „an den Tisch“ geliefert. Ich buche für den nächsten Tag einen Ausflug an die Viktoriafälle mit Transfer und Guide, wir wollen da nicht mit Nyati hin, da wir die Parkplatzsituation an einem solchen Hotspot nicht einschätzen können.

Die Viktoriafälle? Ein weiteres absolutes Highlight! Wir sind zur perfekten Jahreszeit hier, der Sambesi führt viel Wasser und das stürzt mit unglaublicher Kraft über die Kante. Die aufsteigende Gischt ist wie starker Dauerregen, wir werden buchstäblich bis auf die Haut nass (die angebotenen Regencapes haben wir verschmäht). Und immer wieder perfekte Regenbögen. Es ist sooo toll!!!

Die Reise des Sambesi

erstmal sieht man nur die Gischt

spektakulär

Regenbogen

und das ist nur ein Ausschnitt!

nass bis auf die Haut, aber glücklich

Brücke nach Zimbabwe

Nachmittags schauen wir uns noch das LIvingstone Museum an, das eine wirklich gute Ausstellung zur Entwicklungsgeschichte der Menschheit sowie zur Natur Sambias bietet. Und natürlich die Geschichte von David Livingstone und den Weg Sambias in die Unabhängigkeit. Auf jeden Fall einen Besuch wert!

Von LIvingstone geht es weiter nach Choma. Wg. des langen Wochenendes um den 01. Mai (auch in Sambia Feiertag) sind die meisten Lodges ausgebucht, Campingplätze gibt es offenbar gar nicht. Wir kommen dann in der „Beverly Lodge“ unter. Die Inneneinrichtung ist…speziell…aber alles ist sauber und wir bekommen leckeres Abendessen.

Nächstes Ziel ist der Kariba See. Zur Energiegewinnung wurde der Sambesi hier zu einem riesigen See aufgestaut. Die ursprüngliche Bevölkerung der Region, die Batonga, wurde umgesiedelt und lebt heute, weitgehend ohne Strom, am Existenzminimum…
Die Fahrt an den See nach Sinazongwe bestätigt alle Vorurteile über Schlaglöcher in Samba, ist aber für Nyati natürlich kein Problem. Auch jede Menge LKW (fast ausschließlich chinesicher Bauart) quälen sich über die Piste. In der „Lakeview Lodge“, wo wir campen wollen, findet heute eine Hochzeit statt. Wir dürfen trotzdem bleiben, Nyati steht auf dem Parkplatz und als Waschgelegenheit bekommen wir den Schlüssel für eines der Chalets. Angeblich ist um 20:00 alles vorbei…

Auf jeden Fall ist es laut und fröhlich, unzählige Stühle sind im Garten verteilt und der Tisch für das Brautpaar ist sehr aufwändig geschmückt. Es dauert einige Stunden, bis das Brautpaar eintrifft und über den roten Teppich tanzend seine Ehrenplätze einnimmt. Die Gäste tanzen teilweise mit und stecken dem Paar dabei Geld zu. Auch die folgende Tanzgruppe wird „angetanzt“ und mit Scheinen versehen. Essen und Getränke gibt es für die Gäste interessanterweise nicht, nur an den besonders geschmückten Ehrentischen etwas Wasser. Da offenbar das ganze Dorf als Zaungäste dabei ist schauen wir uns das Ganze auch an, machen aber natürlich keine Fotos (wir hätten schließlich auch nicht gewollt,  daß auf unserer Hochzeit Fremde rumknipsen…). Die Gäste können sich irgendwann gegen Bezahlung Essen und Getränke holen, und nach vielen Tänzen, Gebeten und Reden und nachdem der Moderator lautstark verkündet hat, wieviel Geld dem Brautpaar geschenkt wurde, ist um 19:00 Schluss. Um 20:00 sind dann tatsächlich alle weg und wir haben den Platz für uns.

Obst und Gemüse frisch am Straßenrand

Geschäftsstraße in Choma

Straßenleben unterwegs

Holzkohlenverkauf

Das Design unseres Zimmers in Choma…

Kariba See

nochmal Kariba See

auch so kann man Schlaglöcher füllen

und die LKW kommen trotzdem durch