Hobatere – ein Platz wo Löwen sind

16. Mai 2024 1 Von Bernd

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Fast direkt gegenüber der westlichen Ausfahrt des Etosha Parks, dem Galton Gate, liegt einer der Orte, an die wir immer wieder sehr gerne zurückkehren. Ein 32000 ha großes Conservancy Gelände, das landschaftlich sehr reizvoll ist. Verschiedene Flussbetten, oft mit Steilufern, Berge, Hügel, Bäume, Felsen, Koppies, Steine, Steinplatten, Sand, Gras, Büsche, eine ganze Ebene voller Termitenbauten – es gibt so viel zu entdecken, aber tatsächlich stehlen einige Katzen der Landschaft die Show.

Hobatere ist für seine Löwen bekannt, sicher bereits lange vor meinem ersten Aufenthalt hier vor 29 Jahren. Teilweise mussten die Gäste nach dem Essen von der Lapa zu ihren Hütten von bewaffneten Guides geleitet werden, da die Löwen durch das Lodgegelände streiften, leider gab es auch einen tödlichen Unfall. Die Lodge ist nun seit einigen Jahren umzäunt, aber draußen regieren die Katzen.

Die Bäume wachsen scheinbar…

…direkt aus dem nackten Fels

Fahrt durch den Fluss

Die aktuell jüngste Generation

Unter Beobachtung

Niedlich, oder?

Aber schon mit großer Klappe

Die Cubs verlangen nach Aufmerksamkeit

Aber eine Löwin lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen

Spaziergang oder…

…futtern?

Futtern! Die Drei an der Tankstelle

Die großen Brüder

Jana, Jutta, Reinhold, Ron: erinnert ihr euch an die Cubs 2022?

Das Urgestein der Guides, „King“ Martin, mit den beiden Tinas und mir vor 17 Jahren schon auf Rhinotracking in Grootberg unterwegs, brachte unsere 22er Dezembersafari mit Jana, Jutta, Reinhold und Ron bereits bis auf wenige Meter an fast neugeborene Löwen heran. Nun sehen wir diese Löwen als junge Kuder (männliche Raubkatze) wieder. Das Rudel selbst hat bereits weiteren Nachwuchs. So sehen wir jeden Abend und jeden Morgen Katzen und sogenannte Cubs. Die erwachsenen Kuder machen sich allerdings rar bis…

Der letzte Sundowner auf dem letzten Gamedrive, die Sonne ist schon fast untergegangen und wir drei, Petra und Markus, zwei weitere Gäste auf Hochzeitsreise, stehen mit Gin Tonic und Häppchen um das offene Auto herum, während Martin aufmerksam das nervöse Verhalten einiger Zebras betrachtet und plötzlich mit scharfer Stimme zum Sammeln und besteigen des Autos auffordert. Tina jun, Martin und ich packen zügig im Angesicht des Paschas des Rudels und der weiteren männlichen Katzen unseren Snack ein und dann fährt uns Martin in der späten Dämmerung mitten in das Rudel hinein. Mehr Afrika geht nicht!!!

Sundowner, ganz entspannt

Alle wieder im Auto

150 Meter weiter…

…der Chef des Rudels…

…mit weiteren männlichen Löwen

Das Scheinwerferlicht stört nicht

Die Bande bleibt entspannt…

… und ein bisschen neugierig

Hinweis: Natürlich sind die Katzen die einzelnen Autos der Lodge gewöhnt, aber es sind vollkommen wilde Tiere, die allerdings ein Auto als ganzes mit den darin in der Silhouette verschwindenden Menschen nicht unbedingt als Beute betrachten. Gleichwohl bedarf es eines sehr erfahrenen und umsichtigen Guides und sehr disziplinierter Gäste, um mit einem gänzlich offen Auto in ein Löwenrudel herein zu fahren.

Die halbwüchsigen Löwen

ganz schön nah

Gähnen? Oder Hunger?

Die Überreste der letzten Löwenmahlzeit

Ein Schabrackenschakal hofft auf Reste

Die Eule beobachtet alles

perfekte Foto-Pose

schattenspendender Baum

morgendliche Fellpflege

kleiner Waran/Molitor

Und beim Frühstück Elefanten

Erfreulicherweise konnte ich in den letzten Jahren erleben, dass zunehmend viele schwarze Guides, wie eben Martin, sich hier qualifiziert haben und selbst Gäste führen, wo sie vor Jahren noch „nur“ als Tracker und Hilfskräfte eingesetzt waren. In Madikwe, in Mlilwani, Okonjima, und mit Martin haben wir Guides erlebt, deren Liebe zu ihrem Land, den Tieren, Pflanzen und Landschaften sich mit großer Kundenorientierung und dem verantwortungsvollen Ehrgeiz verbinden, den Gästen beeindruckende Erlebnise zu bieten.

Und by the way: Ein Gamedrive mit einem sehr guten Guide ersetzt ein Schulhalbjahr Biologie und Philosophie und vermittelt Respekt vor der wunderschönen Welt.

Natürlich schmerzt nach vier Tagen der Abschied von Hobatere, vor allem bei Tina sen., die bereits vor 8 Jahren ihren Abschied von hier nahm. Aber es gibt da die südafrikanische Großmutter, mittlerweile in ihren Neunzigern, die seit 10 Jahren jedes Jahr endgültigen Abschied vom Kruger Park nimmt – also wer weiß?