Vaalkop Dam bis Bushwa Private Game Lodge

28. Dezember 2024 4 Von Bernd

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Wir verbringen zwei ruhige Tage im Finfoot Lake Reserve am Vaalkop Dam. Das Zimmer ist okay, das Essen sehr gut, der Pool angenehm, unsere Wäsche wird gewaschen, nettes Personal und auch erfreulicherweise eine ziemlich ausgewogene Mischung zwischen schwarzhäutigen und weißhäutigen Gästen. Der Rezeptionist beweist echten Humor, als ich ihn darauf hinweise, dass die Bungalowtür einen lichten Spalt von ca. 5 cm Höhe und 20 cm Länge hat. Wie sieht es hier mit Schlangen und stechenden Insekten aus? Ich solle ganz beruhigt sein, er habe erfahrene Ranger vor Ort und die könnten Schlangen wegfangen. Ich soll nur kurz anrufen, aber in unserem Bungalow, ca. 300 Meter von der Rezeption entfernt, gibt es natürlich kein Telefon. So nutzen wir halt die Tagesdecke als Damm an der Tür.

Wir lesen, relaxen am Pool, sortieren Fotos und fahren auf spannenden Tracks im Reservat herum. Mittlerweile weicht hier die Hitze und langerwartete Gewitter brechen mit heftigen Regenfällen und infernalischem Donner los. Der Regen ist ein Segen für das Land.

Endlich geht es wieder in den Busch, in den Marakele National Park. (Nochmal zur Wiederholung: In den Busch ist etwas übertrieben, anders als im Kaokoveld, dem Damaraland oder den Nationalparks und Gamereserves in Botswana bleiben hier die gefährlichen Tiere von den Campsites separiert). Hier gibt es Landschaften wie aus einem modernen King Kong Film, Skull Island, eine große Kolonie Kapgeier, und die Big Five (obwohl die hier eigentlich nicht hingehören) und und und. Gemäß der Nashornlosung, die wir überall entdecken, muss sich mittlerweile die halbe Rhinopopulation Afrikas hier aufhalten.

Blaumann

Marakele NP oder doch Skull Island?

Nashorn, ziemlich weit weg

Ein Paradies für Kletterer…

…nein, Lutz, nicht für Dich 😉

Marakele NP oder Assietta Kammstraße?

Deckel drauf

Weitsicht

Nashorn schleicht sich unauffällig an…

Die Büffeldame hat uns im Blick

Nashorn ganz nah

Büffelbulle

Kleiner Exkurs zu „Big Five, die hier eigentlich nicht hingehören“:
Wir schlagen jedem von Euch, der sich über unsere Berichte hinaus mit unseren Reisen und unserer Zielregion auseinandersetzen möchten, unbedingt zwei essentielle Bücher vor:
– Unsere Sicht auf Afrika und auf die Afrikaner: „Dipo Faloyin: Afrika ist kein Land“
– Naturschutz?????: Oliver van Beemen: Im Namen der Tiere, Verlag C.H. Beck,
(Sigi, danke für den Tipp)
Aber Achtung, Ihr werdet Dinge lesen, die uns weißen Europäern ganz massiv den Spiegel vorhalten! Aber das soll ja auch so sein – wir reisen ja auch um unsere Weltsicht zu verbreitern, Stereotype zu entlarven und Vorurteile abzubauen!

Zurück zum Marakele National Park: Auf ca. vier oder fünf Entfernungskilometern steigt ein Weg, der teilweise den berühmten Alpenrouten nicht nachsteht, über 1000 Meter an. Von oben bieten sich unvergleichliche Weitblicke. Die ca. 900 Brutpaare von Kap Geiern machen sich rar, es herrscht aber auch keine Thermik. Dafür brechen jetzt stundenlange Gewitter los, deren Heftigkeit in Europa wahrscheinlich unbekannt ist. Diese Gewitter begleiten uns vorläufig bis zum 26.12. mit zunehmender Heftigkeit. Aber dafür haben die Rhinos hier wieder Hörner, im Gegensatz zum Pilanesberg. Beim Auftreffen auf eine Büffelherde muss übrigens auch dem letzten Naturnihilisten klar werden, warum das Geschlechtsteil der Büffelbullen Pinsel heißt.

Weihnachtsbaumschmuck südafrikanisch

Der Club hat einen harten Türsteher

Zebras werden nicht übersehen…

…wie auch Giraffen

Hier verläuft die Pad (Strasse)!

Neugiernase

Roan…

…in Aktion

sauber versenkt

Büffel im Portrait

Auf der Campsite lernen wir Silke und Horst kennen, Afrikareisende, mit denen verglichen wir fast noch Greenhörner sind. Wir verbringen wunderbare Abende zusammen und auf einmal wird es ganz magisch: Während wir – still – bei Bier und Wein (und Jägermeister😉) in der Dunkelheit sitzen, nähert sich eine grasende Zebraherde. Ich habe den Eindruck, wenn ich den Arm ausstrecke, kann ich sie streicheln.

Für das Weihnachtsfest haben wir uns die Bushwa Lodge bei Vaalwater ausgesucht. Hier lassen wir es uns richtig gutgehen. Die Gamedrives fallen allerdings den Gewittern zum Opfer. Statt eines Autos wäre eher das Flachbodenturbinenboot von Porter Ricks aus Flipper angesagt. Wir haben aber Glück, einer exklusiveren Lodge mit 50 Gästen schlägt an Heiligabend ein Blitz in den Generator und unserer Lodgemanagerin zerlegt er den Computer.

Aber dann geht es tasächlich noch raus auf Pad. Wir sehen Büffel, Gnus, Roan und Sable und erleben hautnah, warum die bisherigen Gamedrives ausfielen.

Morgen geht es nach Polokwane und bald kommen Daiva und Lutz und dann fahren wir zu viert in den Kruger Park.